Lerne, verschiedene Diagrammarten zu erkennen und Grafiken systematisch mit der OVI-Methode zu entschlĂŒsseln.
Im Alltag, in den Medien und in deiner beruflichen Ausbildung begegnest du stĂ€ndig Diagrammen, Tabellen und Schaubildern. Ob in Zeitungsartikeln, auf Social Media oder in GeschĂ€ftsberichten â wer Grafiken richtig lesen kann, versteht die Welt besser und lĂ€sst sich nicht so leicht tĂ€uschen.
Laut einer Studie der UniversitĂ€t ZĂŒrich verstehen ĂŒber 40% der Erwachsenen in der Schweiz Statistiken in den Medien nicht richtig. Mit dem richtigen Werkzeug gehörst du nicht dazu!
Je nach Inhalt eignet sich ein anderer Diagrammtyp. Hier lernst du die vier hÀufigsten kennen:
Einsatz: Um den zeitlichen Verlauf oder eine zeitliche Entwicklung darzustellen.
Ein Liniendiagramm hat immer eine x-Achse (horizontal, meistens die Zeitachse) und eine y-Achse (vertikal, meistens die Messgrösse). Die Linie verbindet die einzelnen Datenpunkte und zeigt so Trends und Entwicklungen.
«Das Liniendiagramm zeigt die Umsatzentwicklung von Fairtrade-Produkten in der Schweiz von 1992 bis 2010. Die Kurve steigt kontinuierlich an, wobei der stÀrkste Anstieg zwischen 2004 und 2008 zu beobachten ist. Im Jahr 2010 lag der Umsatz bei rund 340 Millionen Franken.»
Einsatz: Um verschiedene Einheiten zu einem bestimmten Zeitpunkt miteinander zu vergleichen.
Die Höhe der SÀulen gibt den jeweiligen Wert an. SÀulendiagramme eignen sich besonders, wenn du wenige Kategorien vergleichen willst.
«Das SĂ€ulendiagramm vergleicht die fĂŒnf umsatzstĂ€rksten Fairtrade-Produktkategorien in der Schweiz im Jahr 2017. An erster Stelle stehen Bananen mit rund 105 Millionen Franken, gefolgt von SĂŒsswaren. Kaffee liegt an vierter Stelle, deutlich hinter GetrĂ€nken.»
Einsatz: Gleich wie SĂ€ulendiagramme â fĂŒr den Vergleich verschiedener Einheiten. Die Balken verlaufen jedoch horizontal.
Balkendiagramme sind besonders praktisch, wenn die Beschriftungen lang sind oder du viele Kategorien zeigen willst.
Einsatz: Um Anteile eines Ganzen (100%) ĂŒbersichtlich darzustellen.
Die Grösse der einzelnen «TortenstĂŒcke» zeigt den prozentualen Anteil. Kreisdiagramme eignen sich am besten, wenn es nur wenige Kategorien gibt (maximal 5â6).
Jede seriöse Grafik enthÀlt bestimmte Textelemente, die dir helfen, sie zu verstehen:
| Element | Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
| Titel | Benennt das Thema der Grafik | «Umsatzentwicklung Fairtrade-Produkte» |
| Achsenbeschriftung | Zeigt, welche Grössen auf den Achsen dargestellt werden | x-Achse: Jahr, y-Achse: Umsatz in CHF |
| Legende | ErklĂ€rt die verwendeten Farben und Symbole | đ” Bio, đ Konventionell |
| Quelle | Gibt an, woher die Daten stammen | Quelle: Max Havelaar Stiftung, 2019 |
| Zeitangabe | Zeigt den Erhebungszeitraum der Daten | 2010â2017 |
Um Grafiken systematisch zu lesen und zu interpretieren, nutzen wir die OVI-Methode. Sie besteht aus drei Schritten:
Zuerst verschaffst du dir einen Ăberblick:
Jetzt schaust du dir die Details an:
Zum Schluss deutest du die Ergebnisse:
Das Balkendiagramm gibt Auskunft darĂŒber, welche sozialen Medien Schweizer Jugendliche besonders hĂ€ufig nutzen. Die Grafik vergleicht die Beliebtheit von Plattformen wie Snapchat, Instagram oder Facebook miteinander, wobei die wöchentliche Nutzung in Prozent angegeben ist. Die Daten stammen aus dem Jahr 2018 und wurden von der ZHAW veröffentlicht.
Es ist klar ersichtlich, dass Instagram und Snapchat die mit Abstand beliebtesten Social-Media-KanĂ€le der Jugendlichen sind. WĂ€hrend beispielsweise 90% der 16- bis 17-JĂ€hrigen tĂ€glich ĂŒber Instagram kommunizieren und 85% ĂŒber Snapchat, gibt nur knapp ein Viertel dasselbe fĂŒr Facebook an.
Es fĂ€llt allerdings auf, dass Facebook fĂŒr Ă€ltere Jugendliche (18â19 Jahre) noch attraktiver ist: Immerhin 42% nutzen diese Plattform regelmĂ€ssig.
Es ĂŒberrascht nicht, dass Instagram und Snapchat bei Jugendlichen obenausschwingen: Viele Influencer posten ĂŒber diese KanĂ€le. Zudem ist das BedĂŒrfnis, sich ĂŒber Bilder und Videos mit Gleichaltrigen auszutauschen, in den letzten Jahren stark gestiegen.
Facebook ist dagegen etwas «in die Jahre gekommen». Dazu kommt, dass der Kanal auch von vielen Eltern genutzt wird â was fĂŒr viele Jugendliche vermutlich ein Grund ist, sich davon abzugrenzen.
1. Welcher Grafiktyp eignet sich am besten, um eine zeitliche Entwicklung darzustellen?
2. WofĂŒr steht das «O» in der OVI-Methode?
3. Welches Textelement einer Grafik zeigt, woher die Daten stammen?
4. Welcher Diagrammtyp eignet sich, um Anteile von 100% ĂŒbersichtlich darzustellen?